Vuca oder nicht, Gewisse wissen, was sie tun.

Vuca oder nicht, Gewisse wissen, was sie tun.

What the Vuca.

Siehe: Vuca

Die Welt wird immer komplexer und schnelllebiger. Glauben wir das wirklich? Oder erzählen wir uns diese Geschichte, weil sie vieles einfacher erklärt? Ist VUCA eine treffende Beschreibung unserer Zeit oder manchmal auch eine bequeme Erklärung für Probleme, die wir nicht genauer betrachten möchten?

Lesser than a lesser God?

Könnte es sein, dass wir oft gar nicht merken, was wir nicht wissen? Eine unbequeme Frage aber vielleicht eine, die sich zu stellen lohnt.

Während echter Krisen hatten Menschen Angst vor Lebensmittelrationierungen oder geopolitischen Konflikten. Heute beschäftigen uns oft ganz andere Dinge. Aldous Huxley hat viele Entwicklungen unserer Gegenwart bereits vor fast hundert Jahren beschrieben. Damals fand das vergleichsweise wenig Beachtung.

War es damals schon VUCA?

Warum erzählt der kleine, dicke Italiener das alles und was hat das mit Arbeitsqualität zu tun?

Wir alle haben schon Berichte gelesen oder gesehen, bei denen wir inhaltlich mehr wussten als die berichtende Person. Wir hatten den Eindruck, dass Wesentliches fehlte oder Zusammenhänge nicht verstanden wurden und dass Menschen dadurch kein vollständiges Bild erhielten. Wenn wir uns vorstellen, dass bei nahezu jedem Bericht irgendjemand genau dieses Gefühl hat, lässt sich die Dimension des Problems zumindest erahnen.

Andererseits können wir auch nicht alles grundsätzlich infrage stellen. Sonst verlieren wir eine gemeinsame Sprache, die Verständigung überhaupt erst ermöglicht. Spätestens seit den Lockdowns wissen wir, wie schnell Menschen auf den Anspruch reagieren, allein im Besitz der Wahrheit zu sein. Um jedoch nichts vorschnell abzulehnen, müsste man praktisch alles verstehen. Ein offensichtlicher Widerspruch.

I’m so sorry. So not sorry. But I don’t make the rules.

Dieses Problem ist keineswegs neu. Schon Philosophen der Aufklärung und sogar die alten Griechen beschrieben es. Gelöst haben sie es allerdings auch nicht. Dennoch gibt es in der Geschichte zahlreiche Beispiele von Menschen, die selbst noch keine vollständige Lösung hatten, aber den Weg für spätere Lösungen bereiteten. Als Italiener drängt sich dabei natürlich die Kuppel der Kathedrale von Florenz auf.

VUCA Coach Climbs Cathedral

Arnolfo di Cambio entwarf die Kathedrale Santa Maria del Fiore samt ihrer gewaltigen Kuppel. Kurz vor seinem Tod im Jahr 1302 wusste er, dass sich diese mit den damaligen technischen Möglichkeiten noch nicht realisieren ließ. In heutiger Sprache hätte er vielleicht gesagt:

„Ich kann sie noch nicht bauen. Aber es werden Menschen und Zeiten kommen, in denen es möglich sein wird.“

Rund 120 Jahre später setzte Filippo Brunelleschi genau diese Vision um. Langer Schwede, kurzer Finn. Man muss ja nicht ausschweifen.

Was hat das mit Qualität und wertschaffendem Handwerk zu tun?

Eigentlich alles. Ganz gleich, um welches Fachgebiet es geht: Wir scheinen verlernt zu haben, sorgfältige Arbeit, visionäres Denken und echtes Handwerk angemessen wertzuschätzen. Es geht längst nicht mehr nur darum, dass kurzfristiger Gewinn häufig dem guten Handwerk vorgezogen wird. Vielmehr wird solides Handwerk oft als nebensächlich betrachtet. Auch die teilweise oberflächliche Umsetzung agiler Prinzipien hat diese Entwicklung begünstigt. Sie ist jedoch nicht deren eigentliche Ursache. Mein Philosophieprofessor nannte das damals „die neue Dummheit“. Das war noch vor dem World Wide Web. Später wurde Wissen zwar jederzeit verfügbar Antworten auf genau dieses Thema fand ich trotzdem kaum.

Ist es also eine neue Form der Dummheit? Oder lediglich eine modernere Variante der alten?

In unserer nicht binären Welt bin ich heute eigentlich ein Projekt oder ein Produkt? begegnet man immer wieder Menschen, die überzeugt sind, schon immer gewusst zu haben, wie gute Arbeit funktioniert. Sie verweisen auf erfolgreiche Projekte und ihre Erfahrung. „Ich habe die Covid App gebaut und Black Sabbath schon gut gefunden, bevor sie bekannt waren. Und Metallica.“

Slow clap. Clap.

Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass sie gelernt haben, wie man nachhaltiges Qualitätsbewusstsein fördert, sinnvoll testet oder echte Zusammenarbeit gestaltet.

Ist heute wirklich mehr VUCA?

War Henry Ford nicht agil? Ist unsere Welt tatsächlich unsicherer und volatiler geworden? Vielleicht sollten wir aufhören, jede Präsentation mit Taylor Wannen oder Eisberg Grafiken zu schmücken, ohne ihre eigentliche Aussage zu verstehen. Geschichte sollte uns helfen, Probleme besser zu erkennen nicht als beliebiges Argument dienen. Erst wenn wir die tatsächlichen Ursachen verstehen, können wir sinnvolle Lösungen entwickeln. Wir sind es gewohnt, erklärt zu bekommen, wie gearbeitet werden soll, bevor wir überhaupt verstanden haben, was gute Arbeit ausmacht.

Zu oft verlassen wir uns auf Prinzipien, Frameworks und Zertifikate anstelle fundierter Argumentation. Es gibt kaum eine Ausbildung, die systematisch vermittelt, was Qualität oder gute Zusammenarbeit tatsächlich bedeuten. Deshalb findet man darauf auch selten einfache Antworten im Internet. Stattdessen wiederholen wir häufig den Satz, Unternehmen arbeiteten nicht kundenorientiert. Aber kennen wir das Handwerk überhaupt? Wann waren Handwerkerinnen und Handwerker eigentlich nicht kundenorientiert? Waren es nicht viel häufiger Händler, die Werte dem kurzfristigen Gewinn unterordneten? Wenn das schon immer so war, sollten wir uns fragen, ob die Welt tatsächlich schneller geworden ist oder ob wir lediglich festgestellt haben, dass wir heute manche Zwischenhändler nicht mehr benötigen.

Die Gestirne bewegen sich heute kaum anders als früher. Ignoranz hatte auch damals wenig Verständnis für Werte.

Mal sehen, ob die neue Technologie daran etwas ändert. Die einen zweifeln. Die anderen verzweifeln. Den Spiess einfach umzudrehen funktioniert nicht. Wer anderen ständig Ineffizienz vorwirft, schafft dadurch noch keine psychologische Sicherheit. So entsteht kein gemeinsames Verständnis. Und so wird VUCA schnell zur Erklärung statt zur eigentlichen Analyse. Auch ein Mindset lässt sich weder verordnen noch einfordern. Schon gar nicht, wenn nie versucht wurde, eine gemeinsame Grundlage des Verständnisses zu schaffen. Denn das wäre letztlich Wasserfall in Reinkultur.

Müssen wir das einfach nur wollen? Schon klar.

Archimedes würde sich vermutlich wundern, wenn er sähe, wie oft sein Name heute verwendet wird, um organisatorische Probleme hauptsächlich auf dem Papier zu lösen.

Keep calm and listen to Dante, Descartes, Voltaire and Kant. And Amanda Palmer.

Und zum Schluss: Lass diesen Text doch einmal von deiner KI erklären. 🙂

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Autor

Danilo Biella, Agile & Quality Professional

Agile makes no compromise on quality.

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