Interview: Willkommen bei SPF

10+1 Frage an unseren Mitarbeiter Danilo Biella

Neu stellen wir in unserem Blog in regelmässigen Abständen unsere Mitarbeiter von SPF Consulting vor.

Heute habe ich ein Interview mit unserem Agile and Quality Professional Danilo Biella geführt, so dass wir ihn besser kennenlernen können.

SPF Mitarbeiter Danilo Biella

Vielen Dank für deine Zeit, Danilo. Wie lange bist du schon Mitarbeiter bei SPF Consulting AG?

Gerne. Etwas über ein Jahr.

Und wie gefällt es dir? 

Ich muss ehrlich zugeben, ich hatte vorher nie so einen guten Mix von guter Gesellschaft und Handlungsfreiheit, und ich war schon vielerorts. Gute Sache.

Wie würdest du dich mit einem Wort beschreiben?

Tuttologo.

Was heisst das?

Das ist italienisch für Besserwisser – oder das schlimmere Wort.

Wie kommt das?

Ich demystifiziere, ich vertrete Logik und wissenschaftliche Vorgehensweisen. Aberglaube und Halbwahrheiten haben es schwer bei mir. Ich bin Aufklärer. Kant ist ein Waisenknabe.

Du bist also polyglott, welche Sprachen sprichts du?

Englisch, Deutsch, Italienisch, Spanisch, Französich, teils mit Dialekten. In der Reihenfolge flüssig. Dann auch ein wenig Russisch.

Wie kommt dieser Cocktail zu Stande?

Ethnisch gesehen bin ich klassischer Secondo. Meine Eltern waren italienische Immigranten, haben sich in der Schweiz kennengelernt – und mich gezeugt. Auf dem Papier bin ich Schweizer.

Englisch kann ich dewegen am Besten, weil ich mit 10 Jahren schon auf dem Commodore grafische Demos programmiert habe und man war niemand, wenn man keine englische Laufschrift hatte. Dann alle Flime im O Ton schauen, Songlieder für die Band texten, Serien bingen und am Ende die Business Sprache.

Von der Bildung her IT, ich habe an der ETH Informatik studiert, im letzten Jahrtausend, falls das Zertifikat nicht abläuft.

Und wie wurdest du Agile and Quality Professional?

Nach meinem Abschluss in Informatik an der ETH habe mich sehr schnell für Qualitätsaspekte und Produktionsprozesse in der Software interessiert. Jedoch habe ich nie aufgehört, zu entwickeln, man soll ja nicht den Kontakt zum Boden verlieren.

Und heute? 

Ich kreiere, entwickle, teste, integriere, berate, schule, coache und zwischendurch geh ich evangelisieren, beruflich wie auch in Community Arbeit. Ich mache Meetups und habe einen YouTube Channel mit Erklärvideos. Man könnte sagen, ich bringe gern Lösungen.

Hast du auch normale Hobbys?

Ich mache Musik, spiele Badminton, wenn man darf, Gesellschaftsspiele aller Art und ich philosophiere gern bei einem Glas Wein mit Freunden.

Klingt nach viel. Ist das nicht anstrengend?

Alle haben gleich viel Zeit pro Minute, was man dabei tut, ist reine Priorisierung und nicht Platzanspruch oder Verbrauch.

Was ist das Wichtigste in der Agilität? Mit drei Nomen?

Qualitätsbewusstsein, Teamwork, Kompetenz.

Das sind keine typischen Angaben.      

Andere Dinge können daraus abgeleitet werden oder sind nice-to-have.

Hast du ein Beispiel aus der Vergangenheit?

Eine sehr schöne Anekdote ist folgende:

Anfangs 2020 hatte unser Product Owner (PO) für eine Konferenz ein Werkzeug – eine Software – beschrieben, die er vorstellen wollte. Die Konferenz wurde abgesagt, wegen der Pandemie. Ein Monat später kam aus dem Nichts die Nachricht, dass die Konferenz trotzdem und online abgehalten würde und unser Pitch den Zuschlag bekommen hätte, hurra. Einziges Problem: Kein Strich von der Software war implementiert.

Ich hab ein kleines Viererteam auf ein Linienschiff vom Zürichsee geschleppt – das ging gerade noch vor dem ersten Lockdown – und wir haben geswarmt, gemobbt und hatten in 2 Halbtagen Hin- und Herfahren und entsprechend Kaffee und Snacks eine präsentierbare, funktionierende Lösung. Die Ehre des PO war gerettet und wir hatten einen Riesenspass. Gefühlt 40 Personenstunden Arbeit.

Ohne die Kompetenz, technisch und/oder fachlich, der einzelnen Personen, ohne Teamwork und das Wissen, wie man richtig zusammenarbeitet und ohne striktes Qualitätsdiktat, wäre dies niemals möglich gewesen. Anstatt “rapid Prototyping” war das “rapidly make it right the first time”. Oder “Conference Driven Development”.

Was wäre das Gegenteil? Was ist das Inagilste überhaupt? 

Warten. Andere warten zu lassen. Warten, bis sich äusserliche Faktoren ändern und anderen Schuld zu geben, rollenbasierte Schuldzuweisung und sich auszuruhen, weil der Ball woanders liegt. Man sollte immer sofort den grössten kleinen Schritt tun, der keine Erlaubnis Dritter braucht.

Sind Frameworks agil?

Formale Systeme brauchen eine enorme Menge an Energie und führen für sich alleine genommen nicht zum Ziel. Jedenfalls nicht, wenn das Ziel ist, effizient und effektiv ein grundlegendes Problem zu lösen und nicht banale Anleitungen zu verkaufen.

Aber führen genaue Regeln nicht zu messbaren Zielen? 

Messbare Ziele zu verfolgen führt unweigerlich dazu, dass man blind ist für gute Ideen, die gratis am Wegrand liegen.

Ausserdem ist es ein Irrglaube, dass man tatsächlich etwas messen könnte. Richtig messen können nur Aufklärer (beide lachen).

Genaue Regeln sind die Definition von Wasserfall. Welche Regel gilt denn morgenzutage noch?

Jedes Problem muss für sich selbst angeschaut werden und jedes Regelwerk, das helfen soll, kann höchstens eine Ideensammlung sein, Inspiration, keine Anweisung zum Handeln.

Wurden denn die erfolgreichen Firmen nicht wegen ihrer formalisierten Agilität zu dem, was sie heute sind?

Aubacke.

Also, formalisierte Agilität ist schon einmal ein Widerspruch in sich selbst.

Dann muss einfach einmal gesagt werden, dass, wer gute Ideen kopiert, ja höchstens Zweitbeste:r wird. Real eher Millionste:r.

Auch gibt so viele Firmen. Eine wird erfolgreich. Zufällig, oder weil sie eine Idee zur rechten Zeit umsetzten, oder weil sie alte Werkzeuge nutzen konnten, um neue Bedürfnisse zu befriedigen, also schneller waren.

Bestimmt aber nicht deswegen, weil sie glauben, Arbeitsprozesse von bestehenden Marktführern übernommen zu haben, die niemand je gelebt hat.

Begabte Leute in Gedankengefängnisse zu pferchen und dann zu deklarieren, sie seien self-managed, ist schlimmes Gaslightning und bringt der Effektivität für den nächsten Produktschnitz nur negativen Wert.

Also sind die Leute unglücklich mit modernen Prozessen?

Wie definiert man modern? Kein Team wird glücklicher, wenn es eingespielt ist und es von aussen gezwungen wird, seine Handlungsweisen zu ersetzen ohne intrinsische Motivation.

Jedoch ist jedes Team froh, wenn man ihm Möglichkeiten zur Verbesserung unverbindlich aufzeigt.

Ein schlauer Spruch zu Schluss? 

Sapere aude.

Dein Kontakt

Danilo Biella, Agile & Quality Professional

Agile makes no compromise on quality.

Interviewer

Katja Reck, Agile & Quality Professional

Katja weiss nicht nur, was ein Product Owner zu tun hat, sie ist auch passionierte Scrum Masterin und bringt Teams mit ihrem berlinerischen Charme elegant auf den nächsten Entwicklungsschritt. Ihr zweites Herz schlägt für das Online-Marketing. Wenn sich jemand mit SEO auskennt, dann Katja.